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Gelungenes Crossover aus Jazz, Punk und Kammermusik
Was für eine Woche für die Band!
Von Ausfallerscheinungen geplagt, haben wir es doch hinbekommen, traditionell am Tag der offenen Tür zu spielen. Und was war das für ein Auftritt… Denkwürdig, einzigartig und sicherlich preisgekrönt.
Doch alles der Reihe nach.
Erst fiel der Meister persönlich aus (Gute Besserung und ebensolche Grüße an den gebrochenen Zeh.). Es ergab sich Mitte der Woche also die Spannende Frage: Spielen wir trotzdem? Man war sich schnell einig, dass die Band spielen würde, wenn eine Schlagzeugerin anwesend wäre.
Der nächste Schock, Anna Schuler verhindert, Anna Wendel im Praktikum, also Magdalena angerufen. Danke an dieser Stelle für deine Bereitschaft, liebe Magdalena, uns auszuhelfen. Schließlich ging aber doch alles glatt, Anna Wendel hat es geschafft und die Band mit dem nötigen Beat versorgt, mal wieder brilliant assistiert von Carolin Darscheid.
Am Samstag um 12 Uhr der nächste Schlag.
Bernhard Karl an der Rhythmusgitarre fällt aus familiären Gründen aus. Kein Ersatz in Sicht.
Eine halbe Stunde vor dem Konzert der dritte Schlag, die Saxophon- und Trompetenriege ist nicht komplett.
The Show must go on, sang einst der große Freddie Mercury. Und sie geht auch weiter wenn – der vierte Schlag – fünf Minuten vor dem Auftritt Bernhard Meffert an der Trompete krankheitsbedingt ausfällt (Gute Besserung auch hier).
Schlimmer gings also nimmer. Wenn schon Kammermusik, dann wollten wir auch Punk machen, also spaß an der Sache haben.
Und der war nun wirklich vorhanden. Trotz umfangreicher Dezimierung hat uns das Publikum mal wieder geliebt
Und die Moral von der Geschichte?
1) Jeder einzelne ist wichtig und hat gefehlt, allen voran natürlich der Meister, obwohl der Ersatzmeister Markus Wagner sein bestes gegeben hat.
Aber des Meisters Schmalzeinleitung zu La Cocchinella bringt einfach noch mehr Frauenherzen zum Schmelzen, als es der Wagner-Jazz ohnehin schon tut.
2) Danke, an alle, die dennoch da waren. Auch in schwierigen Situationen kann man sich auf euch verlassen. Der Meister wäre stolz gewesen.
3) Das ist ja wohl kein Abgang! Sowohl Astrid Nell als auch meine werte Wenigkeit haben beschlossen, noch die Abiturentlassung und das Sommerkonzert zu spielen. Wir hoffen, ihr nehmt uns Abtrünnige dann noch auf.
Add comment Januar 19, 2008
Adventskonzert 2007
So, wir sind eben doch eine Turniermannschaft. Bis zur Generalprobe war nicht alles in den Töpfen, wo es nachher kocht, aber der Meister war mal wieder hochzufrieden mit unserer Leistung auf dme Konzert.
Auf die Frage: „Und Kucht, wie waret?“ (Übersetzung ins Hochdeutsche: „Waren Herr Studiendirektor Bücher mit dem Auftritt der Band zufrieden?“), antwortete der Meister mit einem begeisterten: „musikalisch viel besser als im letzten Jahr“.
Na wenn das mal kein Lob ist!
Fotografische Eindrücke gibt es in gepackter Form hier und hier.
Add comment Dezember 20, 2007
Das Wunder von Vallendar
Was für ein Abend im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt!
Schön weit vor dem Nachmittagskaffe hatten sich die ersten Fans eingefunden, um sich einen Platz in der Arena zu sichern – in weiser Voraussicht! Zuspätkommende Besucher, die auch noch bis spät in die Nacht hinein den Verkehr auf allen Zufahrststraßen lahmlegten, fanden teilweise nur noch an den Absperrgittern hängend einen Platz um der Darbietung des KBSO zu lauschen.
Schon im Vorfeld waren alle 105.000 Eintrittskarten innerhalb von zwei Stunden verkauft worden, was aber die Menge nicht am Strömen hinderte.
So wundert es niemanden, dass die Hütte am Ende voller war, als beim legendären Spiel 1954 im Wankdorfstadion in Bern.
So Spaß beiseite!
Was am Dienstag Abend mit der Band passiert ist, kann man wirklich getrost als Wunder von Vallendar bezeichnen. Alle können sich sicherlich noch gut an die oftmals eintönigen, nervigen, gelangweilten, wasweißichnochalles Proben an verschieden Freitagen erinnern, an das geplatzte Wochenende, an die letzten Proben vor dem Konzert, als viele von uns mit Sicherheit dachten:
Oh Nein, die Nummer von letztem Jahr werden wir nie wieder bringen, wir werden uns bis auf die Knochen blamieren.
Nix da!
Kompliment, Mädels!
Ohne Netz und doppelten Boden haben wir eine Mucke gefahren, die die Halle zum Singen, Toben und Tanzen gebracht hat. In knapp zwanzig Minuten haben wir es geschafft, alle Bedenken aus dem Vorfeld wegzublasen, zu klampfen, klimpern, singen oder auch zu prügeln. (Ach so: Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, aufgrund der Teamleistung niemanden namentlich zu nennen, aber egal: Es geht doch Anna! Du kannst doch ein Schlagzeug auf der Bühne zerlegen – hast du zumindest im letzten Takt der Zugabe bewiesen
)
Zwei weitere namentliche Erwähnungen dürfen aber auch nicht fehlen:
1) Liebe Grüße an unseren Trompeter Bernhard Meffert. Gute Besserung! Bis Freitag nach den Ferien!
2) Liebe Josie! Alles Gute auf deinem weiteren Weg. Halt die Ohren steif und wage es nicht, Freitags nicht mehr zu erscheinen. Erzähl nicht, du hättest Unterricht!
Ach so, ja. Auf der Bilderseite gibts auch noch ein paar optische Schmankerln!
Und zum Schluß:
Danke euch allen, für den tollen Abend!
Add comment Juli 4, 2007
KBSO Open Air in Dresden am 6.1.2007
Das einzigartige, das phänomenale, das original Kurt-Bücher-Showorchester hat es getan: Auftritt in Dresden, in der Heimat eines bekannten westerwälder „Musikgottes“ – Heimspiel sozusagen.
Gleich vorweg: Es war hundekalt.
Aber schon unsere erste Nummer „La coccinella – Christmas version“ brachte sowohl die 3 Meter 80 dicke Schneedecke im tiefverschneiten Rudolf-Harbig-Stadion als auch die beharrlich wartenden und festgefrorenen Sachsen erst zum Schamelzen und anschließend zum Kochen.
Nach Polizeiangaben waren 70.000 KBSO-Fans angereist. Verlässlichere Zählungen unserer beiden männlichen Trompeter ließen aber eher auf deutlich über 120.000 begeisterte, kreischende Groupies schließen. (Anbei sei angemerkt: Trotz Zählens war jeder Einsatz knackig und hochpünktlich, eher 2 Sekunden zu früh, als zu spät)
Damit nicht genug: Nach „We will Rock you“ und der quietschfidel vorgetragenen A-capella-Nummer „Männer“ konnten unser Saxophonsatz so richtig auftrumpfen: Sieben Meter zwanzig Blech! Eine Wand aus goldenen, röhrenden, swingenden und rockenden Kannen.
Ihr Solo bei „Lucy in the Sky with Diamonds“ führt Sophia Allef bis an den Rand der Bühne und die wie elektrisierte wirkenden Zuschauer an den der Verzückung.
Etwas ruhiger wurde es nur kurz, als Vicky Markewitz und Josie Kruft das Thema aus „Casablanca“ ihren Vornamen entsprechend in leicht gekürzter Form in sphärenharmonischer Eintracht zu Gehör brachten.
Gerade als die Zuschauer ein wenig Gnade erwarteten, schlug Alexandra Steinebach mit einem Querflötensolo der Extraklasse zu. Ein nachweihnachtlich geprägtes „Joy to the world“ brachte das Publikum endgültig zur Raserei. Ian Anderson sagte später in einem Interview, dass er nie mehr eine Flöte anrühren würde. Alexandra, wo immer es dich hin treibt, viel Erfolg bei Jethro Tull!
Wurde die erste Hälfte des Konzertes souverän und gewohnt solide von den Drums der Anna Schuler nach vorn gepeitscht, übernahm zur Hälfte des Konzertes Anna Wendel die Zauberei hinter der Schießbude. Beide waren jederzeit ein verlässlicher Rückhalt für die ganze Kapelle, allen voran für die Sängerin Maxi Rausch, die mit ihrer erdigen Stimme die anwesenden Zuhörer berauschte (Das war aber jetzt ein billiger Kalauer…) Jedenfalls hat das Wort Rockröhre ab sofort wieder eine Bedeutung und Daseinsberechtigung. (Sorry Tina…)
Aber auch in der zweiten Hälfte ließ das KBSO keine Zeit zum durchatmen. Selbst der in Mimik und Bewegungslosigkeit an John Entwistle erinnernde Gitarrist des KBSO geriet aus jedem nur denkbaren Häuschen als die zweite Sängerin des einzig waren Showorchsters im roten Palliettenkleid zu „Let me entertain you“ kopfüber von der Flutlichtanlage gelassen wurde. Auch Robbie Williams wird sich nach dieser Nummer aus dem aktiven Musikgeschäft zurückziehen, wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war.
Die zweite Hälfte des Konzertes brachte aber auch wieder genügend Gelegenheiten für die übrigen Saxophonistinnen zu brillieren.
Tessa Gengnagel legte nach einem rotzfrechen und respektlosen „Crazy“ einen Stagediving vom feinsten und vom Boxenturm hin und wurde erst nach etlichen Minuten wieder vom Publikum zur Bühne gereicht, nachdem sie frenetisch bejubelt wurde.
Unsere beiden Neuzugänge am Saxophon, Julia Haushahn und Sina Schmitz – das Juniordreamteam mit der goldenen Tröte – legte ein so feines Duett hin, das Branford Marsalis die beiden anschließend um Unterricht bat.
Aber was wäre das KBSO ohne die Percussionistin Carolin, die mit einer Aufmerksamkeit auf ihre Einsätze wartete, dass der Trompetensatz (zumindest der männliche Teil) ab sofort Konzentrationsübungen von Carolin bekommt.
Und nicht nur das: Nach einem unglaublichen Abend im winterlichen Rudolf-Harbig-Stadion rührte Carolin auch noch nach fünf Stunden und achtzehn Zugaben zuverlässig die Bongos. Ihren ersten Einsatz am Schlagzeug wenige Tage später meisterte sie natürlich ebenso souverän.
Das KBSO open Air – Eine traumhafte Veranstaltung im tiefen Winter.
P.S.: Direkt nach dem Konzert führte da KBSO ein Casting durch, bei dem nicht nur der Saxophonsatz auf etwa siebeneinhalb Meter verbreitert, sondern auch endlich wieder der Trompetensatz komplettiert wurde.
P.P.S.: Spielt da draußen jemand Posaune?
Add comment Juni 16, 2007